DSV feiert Woche des Buches

Mit verschiedenen Verstaltungen für die Schülerinnen und Schüler hat die DSV vom 23.- 27. April 2018 anlässlich des Welttags des Buches die Woche des Buchs gefeiert. Was das Lesen für das das Denken, die Vorstellungskraft und Kreativität der Menschen bedeutet, daran erinnerte unser Schulleiter Martin Gellert alle Schülerinnen und Schüler bei den Auftaktveranstaltungen der jeweiligen Stufen. „Ein gutes Buch ist wie ein guter Freund, der dich einlädt, am Leben anderer Menschen in diesen Geschichten teilzunehmen. […] Jede Geschichte wird auch zu eurer Geschichte.“

 

Geschichten für groß und klein

Im Laufe der Woche kamen die Kinder aus dem Kindergarten und der Grundstufe zu verschiedenen Vorlesestunden in der Bibliothek zusammen. Unsere Bibliothekarinnen Constanze Chacón und Elena Gamboa hatten diese Veranstaltungen gemeinsam mit einigen Englisch-, Spanisch- und DeutschlehrerInnen und -lehrern und der Erzählerin Sandra Alonso vom Santillana-Verlag organisiert. Unsere Schülerinnen und Schüler tauchten dabei in die Geschichten der Analfabrujas-Hexen ein, begegneten dem unsichtbaren Kind und Super Violeta, lernten von der Freundschaft des Gorillas und anderen Tieren und betätigten sich sogar als Detektive.

Während die 1. bis 6. Klassen am Dienstag beeindruckt den Grusel- und anderen Geschichten der Schauspielerin Lorena Carvajal lauschten, befragten die 7. und 8. Klassen die ehemalige DSV-Schülerin Javiera Vargas: Die Biochemie-Studentin schreibt selbst Bücher und veröffentlichte vor kurzem beim Verlag Puerto de Escape ihren ersten Fantasy-Roman Coma.

 

Lesung mit Ijoma Mangold

Am Mittwoch besuchte der deutsch-nigerianische Autor und Literaturkritiker Ijoma Mangold die DSV. Er war auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung auf einer Lese- und Diskussionsreise in Chile unterwegs. In seinem autobiografischen Buch Das deutsche Krokodil erzählt der Literaturchef der Zeit unter Anderem von seiner Kindheit, in der er Normalität vermisste. Er wuchs in den 70er-Jahren in Dossenheim bei Heidelberg auf und seine Mutter machte alles anders wie die Mütter seiner Schulkameraden: Keinen Fernseher, kein Auto, keinen Partner. Denn Ijomas Vater lebte in Nigeria und hatte seinem Sohn nur diesen seltsamen Vornamen hinterlassen, so wie auch sein Aussehen: „Eine Exotik, die allen anderen mehr Freude bereitet, als ihm selbst“. Der Vater und die nigerianische Welt traten erst in Ijomas Leben, als dieser schon ein junger Erwachsener war; Philosophie- und Literaturstudent, Wagner-Fan und komplett in Deutschland sozialisiert.

Die 11. und 12. Klassen hatten mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Fragen vorbereitet und kamen auf der Bühne mit dem Autor ins Gespräch. Dabei besprachen sie das deutsche Krokodil und andere Bücher und tauschten schriftstellerische Erfahrungen aus. Außerdem ging es um die deutsche Sprache, Selbsttäuschungen im Leben, die Formbarkeit des Menschen und um philosophische Fragen. Der Autor riet den Schreiblustigen, stets die Nähe zur Sprache zu suchen: Lesen, lesen, lesen und das eigene Verhältnis zur Welt in Worte fassen.

 

Elicura Chihuailaf: „Die Poesie lebt in jedem von euch“

Am Donnerstag kam der Mapuche-Dichter Elicura Chihuailaf zu einem Gespräch mit den 10. 11. und 12. Klassen an die DSV. Er führte sein Publikum mit seinen Gedichten und Gedanken in die „oralitura ein“, das mündliche Erzählen. Dabei lud der Erzähler zum Nachdenken ein und es entstand Raum für Fragen.

Miteinander reden: Auf die Bedeutung von Gesprächen, Worten und die mündliche Mitteilung kam der Dichter immer wieder zu sprechen und hob den Stellenwert von Begegnungen vor. Wann sonst hatten wir die Möglichkeit, uns zu treffen? Über was redet ihr während dem Essen, in eurer Familie? Erzählt ihr von euren Träumen? Für die Mapuche ist der Zeitbegriff nicht linear, sondern zyklisch. In den Träumen liegt die Erinnerung an die Zukunft. Elicura Chihuailaf gab uns zu verstehen, dass die Träume, die Stimmen und die Zärtlichkeit der Kinder und Jugendlichen identitätsstiftend sind. Träume zeigen, wer wir alle sind, egal, wie alt wir sind,  welcher Nationalität oder Kultur wir angehören oder welche Hautfarbe wir haben: Schließlich sind wir der Mensch, und wir sind zusammen ein einziger Mensch.

 

Unser Gast, dessen Name „durchsichtiger Stein“ bedeutet, betonte, wie wir uns alle mit Perspektiven aus verschiedenen Ecken und Enden des Universums bereichern. Im großen Garten unserer Kulturen ist es unsere Aufgabe, diese vielen bunten Blumen zu hegen und zu pflegen.

 

In jeder und jedem Einzelnen, so der Dichter, lebt die Poesie. Jeder Mensch ist durch Worte entstanden, und diese Wort ins uns gilt es, zum Leuchten zu bringen. Auf einer Suche des Besten, was unserer Dualität innewohnt, an einem unverfälschten Ort (rewe), wo jede Art von Energie im Dialog zusammenfließt.

 

Bücher öffnen Türen, die zueinander führen und jedes von ihnen zeigt eine Wirklichkeit, die uns reicher macht. So lud Elicura Chihuailaf die Schülerinnen und Schüler ein, Bücher zu lieben. Sie seien Gefäße für Gespräche, in die das Denken der Menschen hineinfließt.

 

Spanisch-Varianten begegnen

Am Freitag kam der Sprachwissenschaftler César Aguilar der PUC zu uns und führte die 9. und 10. Klassen in die Varianten der spanischen Sprache auf dem amerikanischen Kontinent ein.

 

Der mexikanische Dozent stellte dar, wie sich das Lateinische zu den romanischen Sprachen fortentwickelte, darunter auch das Spanische. Dann erklärte er, wie sich die Variante des andalusischen Dialekts in Amerika verbreitete. Ein Beispiel dafür ist die deutliche Aussprache des „-s“, das in Mittelamerika, Zentralmexiko und Zentralkolumbien erhalten blieb. Anderswo wiederum veränderte sich das Andalusische sehr, etwa durch den Einfluss indigener Sprachen, und das „-s“ fiel weg, nämlich in der Karibik und an der Atlantik- und Pazifikküste.

 

Es folgten anschauliche Hörbeispielen zur Variante „chilango“, das in Mexiko Stadt gesprochen wird, und zum texanischen Spanisch. Das Publikum bekam auch einen Einblick über das Potenzial von Assistenten zur Spracherkennung wie Siri z.B. im Fall von indigenen Sprachen wie dem Nahuatl.

 

Der Dozent lud die SchülerInnen schließlich ein, darüber nachzudenken, ob ein neutrales Spanisch nötig ist. Inwiefern nutzt uns das Spanisch, das wir in Chile lernen, für Unterhaltungen mit Kolumbianern, Texanern oder spanischsprachigen Mapuche? Welche Variante ist für die Synchronisierung von Filmen die neutralste?

 

Allen Organisierenden und Gästen danken wir ganz herzlich für ihr Engagement während der Buchwoche, in der wir uns auf solch spannende Reisen begeben durften. Dasselbe gilt auch für unsere Schülerinnen und Schülern, die uns mit ihren kreativen Kostümen und Büchertauschaktionen Einblicke in ihre Welten gaben.

 

Hier geht es zur Präsentation des Bibliothek-Teams und zur Bildergalerie.

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